So läuft die Diagnostik bei Atemwegserkrankungen ab (Teil 3)

Die Diagnose von Atemwegsproblemen erfordert mehr als das Abhören mit dem Stethoskop. Eine sichere Abklärung basiert auf einer Kombination verschiedener Verfahren:

Zunächst erfolgt eine gründliche klinische Untersuchung mit besonderem Augenmerk auf Atemfrequenz, Lungen- und Bronchialgeräusche sowie Begleitsymptome wie Nasenausfluss oder Nüsternblähen. Auch die Belastbarkeit des Pferdes und die Atmung unter Bewegung geben wichtige Hinweise. Anschließend folgt die endoskopische Untersuchung der oberen Atemwege. Dabei werden Kehlkopf, Trachea und Bronchien visuell beurteilt und Schleimproben entnommen.

Ein zentrales diagnostisches Verfahren bei Verdacht auf Equines Asthma ist die broncho-alveoläre Lavage (BAL). Dabei wird eine Spülprobe aus den tiefen Atemwegen gewonnen und zytologisch ausgewertet. Diese Untersuchung erlaubt die eindeutige Differenzierung zwischen einer chronischen Entzündung und einer Infektion – ein entscheidender Schritt für die weitere Therapie. Ergänzend kann eine Röntgenuntersuchung durchgeführt werden, insbesondere um Veränderungen im Lungengewebe zu beurteilen. Bei ausgeprägteren Fällen empfiehlt sich außerdem eine Blutgasanalyse, um die Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe im Organismus präzise zu bewerten. Die Kombination dieser Verfahren bildet eine verlässliche Grundlage, um die Erkrankung sicher einzuordnen und gezielt behandeln zu können.