So läuft die Diagnostik bei Atemwegserkrankungen ab (Teil 3)

Die Diagnose von Atemwegsproblemen erfordert mehr als das Abhören mit dem Stethoskop. Eine sichere Abklärung basiert auf einer Kombination verschiedener Verfahren:

Zunächst erfolgt eine gründliche klinische Untersuchung mit besonderem Augenmerk auf Atemfrequenz, Lungen- und Bronchialgeräusche sowie Begleitsymptome wie Nasenausfluss oder Nüsternblähen. Auch die Belastbarkeit des Pferdes und die Atmung unter Bewegung geben wichtige Hinweise. Anschließend folgt die endoskopische Untersuchung der oberen Atemwege. Dabei werden Kehlkopf, Trachea und Bronchien visuell beurteilt und Schleimproben entnommen.

Ein zentrales diagnostisches Verfahren bei Verdacht auf Equines Asthma ist die broncho-alveoläre Lavage (BAL). Dabei wird eine Spülprobe aus den tiefen Atemwegen gewonnen und zytologisch ausgewertet. Diese Untersuchung erlaubt die eindeutige Differenzierung zwischen einer chronischen Entzündung und einer Infektion – ein entscheidender Schritt für die weitere Therapie. Ergänzend kann eine Röntgenuntersuchung durchgeführt werden, insbesondere um Veränderungen im Lungengewebe zu beurteilen. Bei ausgeprägteren Fällen empfiehlt sich außerdem eine Blutgasanalyse, um die Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe im Organismus präzise zu bewerten. Die Kombination dieser Verfahren bildet eine verlässliche Grundlage, um die Erkrankung sicher einzuordnen und gezielt behandeln zu können.

Husten beim Pferd: Frühe Symptome von Atemwegserkrankungen erkennen (Teil 2)

Das Erkennen von Atemwegserkrankungen beim Pferd ist nicht immer einfach, denn nicht jedes Pferd zeigt sofort deutliche Symptome. Dennoch gibt es typische Warnsignale, die ernst genommen werden sollten:

Typische Symptome bei Atemwegserkrankungen beim Pferd:

  • wiederkehrender oder anhaltender Husten, besonders bei Bewegung
  • klarer bis schleimiger Nasenausfluss
  • pfeifende, knisternde oder rasselnde Atemgeräusche
  • geblähte Nüstern, pumpende Atmung, Einsatz der Bauchmuskulatur
  • reduzierte Leistungsfähigkeit oder längere Erholungsphasen
  • in schweren Fällen: Atemnot in Ruhe, sichtbare „Dampfrinne“

Wichtig: Rund 40 % der betroffenen Pferde husten nicht – erste Anzeichen sind dann oft Leistungseinbrüche, schnelle Ermüdung oder auffällige Atembewegungen.

Pferdebesitzer sollten wissen: Ein einzelner Huster beim Antraben ist nicht automatisch unbedenklich! Insbesondere in der Umstellungszeit auf Stallhaltung ist erhöhte Wachsamkeit gefragt.

 

Ursachen und Risikofaktoren für Husten beim Pferd

Die häufigsten Ursachen für Husten beim Pferd und Equines Asthma sind in der Haltung zu finden. Dabei wirkt meist nicht ein einzelner Faktor, sondern eine Kombination aus Reizstoffen. Die häufigsten Ursachen für Equines Asthma sind.

Staub in der Stallluft

  •  B. durch trockenes oder schimmeliges Heu, Einstreu, Stallarbeiten
  • Staubpartikel gelangen tief in die Lunge und lösen Entzündungsreaktionen aus
  • Belastung besonders hoch bei Boxenhaltung mit schlechter Belüftung

Schimmelpilzsporen und Bakterientoxine

  • oft in Heu, Stroh oder Rundballen enthalten
  • werden eingeatmet und reizen die Bronchialschleimhaut dauerhaft

Ammoniak und schlechte Luftzirkulation

  • entsteht durch unzureichend gemistete Boxen
  • reizt die Schleimhäute und schwächt die Abwehr

Plötzliche Fütterungsumstellung oder Haltungswechsel

  •  B. Rückkehr von der Weide in den Stall im Herbst
  • abrupt steigende Staubbelastung = akuter Auslöser eines Asthmaanfalls

Individuelle Veranlagung

  • genetische Faktoren oder eine erhöhte Empfindlichkeit der Atemwege können ebenfalls Ursache für Equines Asthma sein
  • erklärt, warum nicht alle Pferde in der gleichen Umgebung gleich reagieren

Teil 3 folgt!